Smart City: Was ist das eigentlich?
Was ist eine Smart City und worum geht es bei Smart Cities? Antworten hält dieser Leitfaden bereit.

Verfasst von Rouven Theiß

22. Oktober 2021

Fünf Kommunen für eine ganze Region. Das geht nicht? Doch! Wie das funktioniert, das demonstrieren im Rahmen eines Modellprojekts die 5 für Südwestfalen. Die 5, das sind Arnsberg, Bad Berleburg, Menden, Olpe und Soest – gemeinsam mit der Südwestfalen Agentur. 

Auf dem Weg zu einem smarten Südwestfalen möchten diese fünf Pionierkommunen ihren Beitrag dazu leisten, eine ganze Region weiterzuentwickeln und zukunftsorientiert aufzustellen. 

Trotzdem stellen sich zu Beginn dieses Entwicklungsprozesses einige Fragen: Was ist denn eigentlich unter Smart Cities zu verstehen? Und warum braucht es auch in Südwestfalen Smart Cities? 

In diesem Leitfaden gehen wir diesen Fragen genauer auf den Grund und liefern dir die passenden Antworten. 

Was ist unter dem Begriff Smart City zu verstehen? 

Eine Definition für Smart City existiert derzeit nicht. Letztendlich handelt es sich bei einer Smart City aber um eine Stadt, die erkannt hat, was ihre Potenziale sind und wie sie diese mithilfe von digitalen Innovationen weiter ausschöpft. Und zwar nicht nur der Digitalisierung wegen, sondern nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit. 

Wie das geschieht? Vor allem mithilfe von intelligenten Technologien. Allerdings stehen nicht diese Technologien im Fokus, sondern die Menschen. Menschen und unterstützenden Technologien interagieren also. Beispiele: eine intelligente Verkehrsführung oder die automatische Erfassung von Wassermengen in Gewässern. 

Das, was in einer Smart City zum Wohl der Menschen passiert, basiert also in der Hauptsache auf Informationen. In unserer Smart Cities Rahmenstrategie verweisen wir darüber hinaus auch auf die Umwelt, die wir neben den Menschen in den Mittelpunkt stellen wollen.

Worum geht es bei Smart City? 

Smart City – dieser Begriff ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Wortschatzes. Aber: Was verbirgt sich eigentlich dahinter? Gemeint ist damit jedenfalls keine konkrete Sache. Vielmehr handelt es sich bei Smart City um einen Sammelbegriff, der Konzepte und Ideen zusammenfasst. 

Diese Konzepte und Ideen beziehen sich auf städtische Räume und Bereiche. Städte sollen durch den gezielten Einsatz von Technologien, die konsequente Schonung von Ressourcen und die Aufwertung von Lebensräumen sozusagen schlau werden. Schlau meint in diesem Zusammenhang: effizient, klimaschonend und lebenswert. 

Dabei geht es vor allem darum, Ressourcen innerstädtisch zum passenden Zeitpunkt verfügbar zu machen, um den konkreten Bedarf der Bewohner:innen decken zu können.

Was ist der Unterschied zwischen Smart City und Smart Cities?

Bei einer Smart City handelt es sich um ein Stadtentwicklungskonzept. Smart Cities sind dagegen unser Bild von vielen, miteinander vernetzten und nach unserer Definition (zusammen-)arbeitenden smarten Städten und Gemeinden.

Was verstehen wir unter Smart Cities? 

Smart Cities sind für uns digitale, nachhaltige und authentische Städte und Gemeinden. Die drei Anfangsbuchstaben bilden auch unsere Südwestfalen-DNA. Für uns halten Smart Cities fest am Leitmotiv der DNA. Klar ist aber auch: Nachhaltigkeit ist das Ziel, Digitalisierung stattdessen nur ein Projekt. 

Im Mittelpunkt steht für uns dabei das sogenannte Gute Leben. Damit meinen wir, dass Menschen in „ihrer“ City wohnen und arbeiten, sich dort aber auch erholen können. Für uns schöpfen Smart Cities ihre Potenziale voll aus, indem sie: 

  • die Lebensqualität verbessern,
  • den Ressourceneinsatz verringern,
  • die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft stärken. 

Zentrale Themen sind also Soziales, Umwelt und Wirtschaft – und zwar in Einklang miteinander. Dazu kommt: Smart Cities setzen in unserem Verständnis immer auf die Beteiligung von Bürger:innen, sind also konzipiert für die Menschen, die dort leben.

Warum braucht Südwestfalen Smart Cities? 

Südwestfalen verfügt über keine Metropole, ist eine eher ländliche Gegend mit etwa 1,4 Millionen Einwohnern. Im Vergleich zu 2015 wird diese Bevölkerung bis 2030 aber laut Prognosen um zehn Prozent schrumpfen. 

Stichworte an dieser Stelle: demografischer Wandel und die „Landflucht“ junger Menschen. Und genau deshalb braucht Südwestfalen unbedingt Smart Cities! Denn neben den beiden genannten Aspekten existieren für die beziehungsweise in den südwestfälischen Kommunen noch zahlreiche weitere Herausforderungen. Das sind beispielsweise: 

  • Digitalisierung: Wie kann die Verwaltungsarbeit durch digitale Innovation effizienter werden? Welche neuen Techniken bieten sich an? Wie können Kommunen das OZG (Onlinezugangsgesetz) anwenden?
  • Datenhoheit: Welche Daten besitzen und generieren Kommunen? Wie gehen diese damit um und wer darf sie sehen?
  • Klimawandel: Wie können Städte und Gemeinden einen Beitrag für den Klimaschutz leisten? Welche Klimafolgenanpassungen können sie schon jetzt vorsehen?
  • Nachhaltigkeit: Wie lassen sich Ökonomie, Ökologie und soziale Aspekte in ein optimales Gleichgewicht bringen – und das auch innerstädtisch?
  • Mobilität: Wie lassen sich die Verkehrsströme effizient lenken? Und wie werden öffentlicher Personennahverkehr und eine ländliche Region zu einer erfolgreichen Kombination?
  • Daseinsvorsorge: Können Bürger:innen den persönlichen Bedarf am Wohnort decken? Und wie verhält es sich mit der wohnortnahen medizinischen Versorgung?

Diesen Herausforderungen möchten wir begegnen durch das Hervorheben regionaler Stärken sowie die Tatsache, dass wir Akteur:innen aus der Region miteinander vernetzen. So nehmen wir die dauerhafte Sicherung oder sogar Verbesserung der Lebensqualität in den Fokus.

Hinweis: Dieser Leitfaden wird übrigens in regelmäßigen Abständen weiterentwickelt und um weitere Aspekte ergänzt!

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