Recap | Smart Cities: Schule | Smarte Beteiligungstools in Südwestfalen

von Emma Thelen

22. Juni 2026

Südwestfalens Städte sollen smarter werden. Das Modellprojekt „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“ erarbeitet smarte Lösungsansätze für die „Stadt der Zukunft“. Vertreter:innen von Städten und Kommunen befassen sich auf spezifischerer Ebene mit smarten Themen, die für die kommunale Arbeit von hoher Relevanz sind. An sie richtet sich die „Smart Cities: Schule“, ein Synonym für den Wissenstransfer des Modellprojekts. In der Online-Veranstaltung am 12.06. ging es um das Thema „Mitdenken. Mitwirken. Mitgestalten – Smarte Beteiligungstools in Südwestfalen“.


In der letzten Woche hat unsere Smart Cities: Schule erneut stattgefunden und einige Kommunen waren wieder mit dabei, um sich Best Practice Beispiele aus Südwestfalen anzuschauen. In drei spannenden Impulsen gab es Einblicke in die verschiedenen Beteiligungstools aus Südwestfalen und darüber hinaus. Initiiert wurde der Austausch von der Südwestfalen Agentur GmbH, die das Modellprojekt „5 für Südwestfalen“ organisatorisch umsetzt.

Einblick in die Ehrenamtsplattform

Den Start mit dem ersten Impuls machte Yvonne Kaiser, Projektleitung Smart City bei der Stadt Arnsberg. Sie stellte die Ehrenamtsplattform „Arnsberg engagiert“ vor. Die Plattform wurde im November 2025 gelaunched und vereinfacht vor allem die Arbeit in den Vereinen, aber auch zwischen den Vereinen in Arnsberg. Die Kommune war schon immer sehr traditionsbewusst und hat sich als Ziel gesetzt, das Ehrenamt besonders zu fördern und zu unterstützen. Yvonne Kaiser erläutert, dass aufgrund der Corona-Pandemie aufgefallen war, dass viele digitale technische Tools für Vereine und Institutionen fehlten und die Vereine selber nicht die finanzielle Möglichkeit hatten, um eigene Tools einzukaufen. Daher kam die Idee für eine gemeinsame organisierte Ehrenamtsplattform. Von daher stand die Verstetigung der Plattform nach Beendigung des Modellprojekts bereits von Anfang an fest.

Live gab es dann auch einen Einblick in die Plattform mit ihren Funktionen, die die Arbeit für die Vereine erleichtern soll. Zum Beispiel können sie sich eigene Seiten erstellen und dort verschiedene Module einbauen. Die Möglichkeiten reichen hier von Veranstaltungen, News, Umfragen über Chats und Foren bis hin zu Digitalen Marktplätzen oder Inseraten. Das Budget für eine solche Plattform wurde von Arnsberg zu Beginn auf 70.000€ gesetzt, für eine Umsetzungsphase von 1,5 Jahren. Der Betrag kann allerdings variieren, wenn mehr oder weniger Funktionen gewünscht sind. Diese sind individuell anpassbar und werden an die Bedürfnisse der eigenen Kommune angepasst.

Beteiligungsökosystem der KielRegion

Als nächstes stellte Anne Groß, Projektmanagerin der KielRegion, die Plattform MokWi vor. Der Aufbau und die Funktionalitäten ähneln stark der der Arnsberger Ehrenamtsplattform, der Impuls gab aber vor allem neue Einblicke in die Zusammenarbeit in der Region. Die Plattform wird nämlich im gesamten Gebiet geteilt und hauptfinanziert von der KielRegion GmbH, die ebenfalls MPSC-gefördert ist. So können auch kleinere Kommunen in der Region, die nicht so viel Geld haben, profitieren. Die Plattform wurde gemeinsam mit den Kreisen aufgebaut und seitdem besteht eine Steuerungsgruppe, die sich ca. einmal im Jahr trifft. Außerdem gibt es regelmäßige Schulungen für Ehrenamtler, die niederschwellige Einstiege bieten.

Zusätzlich wird MokWi aktuell mit der Plattform der Nachbarregion vereint, was die KielRegion zu einer Vorreiterregion in diesem Bereich macht. Durch das breite Einzugsgebiet und die jahrelange Erfahrung gibt es mittlerweile um die 5.000 Personen, die die Plattform nutzen. Durch regelmäßige Anpassungen und Erweiterungen soll diese Zahl aber noch weiter wachsen.

LEADER-Projekt Dorf.Connect aus Südwestfalen

Zuletzt gaben die beiden Digitalpatinnen Nadja Schürmann und Izabela Czarnojan noch einen Einblick in das LEADER-geförderte Projekt Dorf.Connect, welches hauptsächlich die Zusammenarbeit in der Region stärken soll. Die Plattform Dorf.Connect bildet eine Brücke zwischen digitaler Kommunikation und Zusammenkommen in den Dörfern Südwestfalens. In der zugehörigen App kann jedes Dorf eine eigene sogenannte „DorfPage“ aufbauen und mit verschiedenen Modulen pflegen. Diese funktioniert sozusagen wie eine „dorfinterne Zeitung“. Es können News, sowie Meldungen, Gruppen, digitale Märkte oder Events eingebaut werden, wodurch der Austausch zwischen den BürgerInnen gefördert wird . Insgesamt gibt es mittlerweile schon fast 60 Dörfer, die in der Region dabei sind.

Das Konzept der Digitalpatinnen wurde ins Leben gerufen, um das Projekt zu unterstützen, den Dörfern im Aufbau und der Pflege zu helfen und mehr Sichtbarkeit durch Öffentlichkeitsarbeit zu generieren. Denn so toll die Plattform auch ist, das wichtigste sind die Menschen und was sie daraus machen, so Izabela Czarnojan. Einige Meilensteine hat Dorf.Connect dabei auch schon erreicht: In manchen Dörfern nutzen bereits fast die Hälfte der BewohnerInnen diese App. Das Projekt wird also gut angenommen und unterstützt bereits erfolgreich die Vernetzung und Vereine in Südwestfalen.


Weiter geht es mit der nächsten und letzten Smart Cities: Schule als Teil des REGIONALEn Freitag am 27.11.2026 mit dem Thema „5 für Südwestfalen: Smart Cities im Rückspiegel„, wo wir Highlights und Learnings der letzten Jahre zum Ende des Modellprojekts vorstellen möchten. Es wird wieder spannende Impulse aus unseren Kommunen geben – von 13:00 bis 14:00 Uhr via Zoom. Wer sich schon jetzt anmelden möchte, kann das unter folgendem Link: https://eveeno.com/regionaler_freitag_27_nov_2026

Anlagen:

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