Recap | Smart Cities: Schule | Das 1×1 der regionalen Datenplattform

von Emma Thelen

12. März 2026

Südwestfalens Städte sollen smarter werden. Das Modellprojekt „Smart Cities: 5 für Südwestfalen“ erarbeitet smarte Lösungsansätze für die „Stadt der Zukunft“. Vertreter:innen von Städten und Kommunen befassen sich auf spezifischerer Ebene mit smarten Themen, die für die kommunale Arbeit von hoher Relevanz sind. An sie richtet sich die „Smart Cities: Schule“, ein Synonym für den Wissenstransfer des Modellprojekts. In der Online-Veranstaltung am 06.03. ging es um das Thema „Das 1×1 der regionalen Datenplattform – datenbasiert und smart entscheiden“ .


In der letzten Woche hat unsere Smart Cities: Schule das erste Mal in diesem Jahr stattgefunden und einige Kommunen waren wieder mit dabei, um sich Best Practice Beispiele aus Südwestfalen anzuschauen. In zwei spannenden Impulsen gab es Einblicke in die Zusammenarbeit der 5 für Südwestfalen, sowie in den Mehrwert und Nutzen einer Datenplattform. Initiiert wurde der Austausch von der Südwestfalen Agentur GmbH, die das Modellprojekt „5 für Südwestfalen“ organisatorisch umsetzt.

Wie immer startete die Session mit einer Gesamtvorstellung des Modellprojekts und einem Recap zu der Veranstaltungsreihe, die vier Mal im letzten Jahr stattgefunden hat. „Das ganze wollen wir dieses Jahr zum Projektende natürlich auch weiterführen“, so Katharina Hogrebe, die Projektmanagerin der „5 für Südwestfalen“ bei der Südwestfalen Agentur GmbH. 

Nutzen einer Datenplattform

Den Start mit dem ersten Impuls machte Svenja Schönert, die Geschäftsführerin der mendigital GmbH, mit einer Vorstellung der kommunalen Zusammenarbeit im Modellprojekt und einzelner Use Cases, die bisher schon entwickelt und angewendet wurden.

Warum benötigen wir überhaupt eine Datenplattform? Hierzu gibt Svenja Schönert das Beispiel der Stadtplanung: Denn hier kommen viele verschiedene Aspekte zusammen, die in einer Kommune beachtet werden müssen. Eine allgemeine Datengrundlage kann hier helfen. Zum Beispiel können Informationen über Verkehr, Parkplatzauslastung oder Energienutzung Ausschluss darüber geben, was in einer Stadtplanung oder -anpassung beachtet werden muss. Mittlerweile gibt es schon viele Daten, die gesammelt werden- diese werden oftmals nur nicht in einem Dashboard zusammen abgebildet. Eine Umweltabteilung sammelt Umweltdaten, eine Verkehrsabteilung sammelt Verkehrsdaten usw. Der Ansatz der 5fSWF lautet hier: Einzelne Datensilos aufbrechen und alle Daten in einer Plattform bündeln.

Use Cases aus dem Modellprojekt

Nach über fünf Jahren im Modellprojekt haben sich mittlerweile eine ganze Menge an verschiedenen Use Cases angesammelt. Nicht jede Kommune verwendet auch jeden Use Case, doch einmal entwickelt können diese von jeder anderen Kommune, oftmals relativ einfach, übernommen werden.

Zwei detaillierte Beispiele aus Menden: Die Bodenzustandserfassung zeigt über Sensoren das Klima in bestimmen Bereichen an. Wofür kann das sinnvoll sein? In Menden gibt es zu einzelnen Jahreszeiten z.B. das Problem, dass Frösche an unterschiedlichen Stellen bei bestimmter Temperatur über die Straßen wandern. Früher mussten Mitarbeiter:Innen der Stadt dann immer selber rausfahren und überprüfen, wie die Temperaturen sind und ob Schutzmaßnahmen für die Tiere getroffen werden müssen. Jetzt kann mit ein paar Klicks die Temperatur vom Büro aus eingesehen und eingeschätzt werden, ob sich darum gekümmert werden muss. Genau so kann in Menden den ganzen Winter über anhand der Klimadaten frühzeitig eingeschätzt werden, ob Glätte entstehen kann und wann gestreut werden muss. Über die Systeme können mittlerweile auch Warnungen rausgeschickt werden. Diese zwei Beispiele zeigen, welchen Mehrwert ein augenscheinlich kleiner Use Case in der Kommunalverwaltung bieten kann.

Zum Ende des ersten Inputs gab noch ein Einblick in das Mendener Dashboard – hier lassen sich alle Use Cases zu den Bereichen wie Wetter, Gewässer oder Boden nachschauen.


Welchen Mehrwert verspricht die Datenplattform?

Der zweite Impuls kam von Robin Eisbach, dem Leiter für Unternehmensentwicklung bei der Südwestfalen-IT, der uns vorstellte, welchen Mehrwert solch eine Datenplattform für Kommunen verspricht. Denn alle Kommunen haben heute mit gleichen Problemen zu kämpfen: Klimakrise, steigende Energiekosten, knappe Haushalte und vieles mehr. Von daher ist es sinnvoll, kommunal zusammen zu arbeiten und gemeinsam Lösungen und Ansätze zu entwickeln.

Datenauslesungen ermöglichen Kommunen und deren Mitarbeiter:Innen Einsparpotenziale im Bereich Ausgaben aber auch Arbeitszeit. „Das Ziel ist es, nur da aktiv zu werden, wo man auch muss“, so Eisbach. So kann der Use Case „Smarte Parkplatzkontrolle“ z.B. gezielt eingesetzt werden, um belegte Behindertenparkplätze zu kontrollieren. In Olpe werden im Bereich Schädlingsbekämpfung Fallen genutzt – und mithilfe von Sensoren kann ganz einfach eingesehen werden, wo welche Fallen geleert werden müssen. Die manuelle Kontrolle, für die Mitarbeiter vor Ort nachsehen fahren mussten, fällt dann weg.

Good to know: Am einfachsten funktioniert der Einstieg in eine Datenplattform mit Daten, die in einer Stadt schon bereits gesammelt werden, z.B. über Verkehrssmileys, Klimasensoren in Schulen oder andere. Es gibt auch einige Use Cases, die für kleinere Kommunen einfach und kostengünstig angebunden werden können, so z.B. Leckage-Sensoren oder Hochwassersensoren.

Weiter geht es mit der nächsten Smart Cities: Schule am 12.06.2026 mit dem Thema „Mitdenken.mitwirken.mitgestalten: Smarte Beteiligungstools in Südwestfalen„. Es wird wieder spannende  Impulse aus unseren Kommunen geben– wie immer von 11:00 bis 12:00 Uhr via Zoom. Wer sich schon jetzt anmelden möchte, kann das unter folgendem Link: https://eveeno.com/341311568


Anlagen:

Präsentation „Das 1×1 der Datenplattform“, 5fSWF

Präsentation S-IT

Prezi mit einer Übersicht der Use Cases im Modellprojekt

Mehr Stories

Keywords & Themen
Search