Einblick in die Use Cases der 5 für Südwestfalen

von Emma Thelen

20. März 2026

Wir nähern uns dem Ende des Modellprojektes „5 für Südwestfalen“ und möchten nach intensiver Zusammenarbeit in den letzten Jahren unsere gesammelten Erfahrungen teilen. In diesem Beitrag geht es um das Herzstück der Smart Cities Projekte: Die regionale Datenplattform. Nach vielen Jahren des Planens, Lernen und Umsetzen haben sich mittlerweile eine ganze Menge an Datensätzen und Use Cases angesammelt. Hier möchten wir gerne einen kleinen Einblick in die verschiedenen Use Cases der 5fSWF geben.

Die Regionale Datenplattform bildet im Modellprojekt eine gemeinsame technologische Grundlage für datenbasierte Anwendungen in der Region. Sie wird häufig als das „Gehirn“ der Smart City beschrieben: Hier laufen Daten aus verschiedenen Quellen zusammen, werden verarbeitet und anschließend in verständlichen Anwendungen – zum Beispiel Dashboards – sichtbar gemacht. 

Schnellere Handlungsmaßnahmen in Menden

Im Dashboard der Stadt Menden werden unter anderem Umwelt- und Klimadaten sichtbar gemacht. Sensoren im Stadtgebiet liefern Daten zum Stadtklima, zu Gewässerpegeln sowie zur Bodenfeuchte. Diese Informationen können beispielsweise genutzt werden, um Auswirkungen von Trockenperioden zu beobachten oder Hochwasserrisiken besser einzuschätzen. Diese Daten können Grundlagen für Planungsentscheidungen bieten, aber auch Zeit und Ressourcen einsparen. Mittlerweile werden sogar automatisierte Warnungen über die Zählstellen rausgeschickt, wenn es z.B. Hochwassergefahr oder Glättegefahr auf den Straßen gibt. Dies ermöglicht schnellere Handlungsmaßnahmen.

Die Bodenzustandserfassung in Menden zeigt über Sensoren das Klima in bestimmen Bereichen an. Wofür kann das sinnvoll sein? In Menden gibt es zu einzelnen Jahreszeiten z.B. das Problem, dass Frösche an unterschiedlichen Stellen bei bestimmter Temperatur über die Straßen wandern. Früher mussten Mitarbeiter:Innen der Stadt dann immer selber rausfahren und überprüfen, wie die Temperaturen sind und ob Schutzmaßnahmen für die Tiere getroffen werden müssen. Jetzt kann mit ein paar Klicks die Temperatur vom Büro aus eingesehen und eingeschätzt werden, ob sich darum gekümmert werden muss. 

Klimadashboard in Arnsberg

Auch in Arnsberg spielen Umwelt- und Klimadaten eine zentrale Rolle. Dort wurde ein Klimadashboard entwickelt, das Echtzeitdaten aus dem Stadtgebiet – etwa Temperaturmessungen oder andere Umweltdaten – sichtbar macht. Ergänzend werden Daten zu Gewässerpegeln und Bodenfeuchte integriert. Diese Informationen helfen der Stadt unter anderem bei der Planung von Klimaanpassungsmaßnahmen oder beim Hochwasserschutz. 

Als Teil der Smart City-Projekte wurden an mehreren Bachläufen in Arnsberg im letzten Jahr neue Pegelstandsensoren installiert. Diese erfassen in Echtzeit, wie sich die Wasserstände entwickeln. Besonders in Siedlungsbereichen können kleinere Zuflüsse der Ruhr bei Starkregen schnell über die Ufer treten und Schäden verursachen. Neben den Pegelständen soll in Zukunft auch die Bodenfeuchtigkeit gemessen werden. Denn ob Wasser bei Starkregen versickern kann oder direkt abfließt, hängt von der Sättigung der Böden ab. Durch die Kombination dieser Daten entsteht ein sehr genaues Bild der Situation vor Ort.

Aus der Praxis: Vier Beispiele aus Olpe

  • Raumklimamonitoring: Energie sparen, Technik und Archivgut schützen
    Mit Sensoren zur Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂ überwacht die Kreisstadt Olpe das Raumklima in sensiblen Bereichen – etwa im Serverraum der Stadtverwaltung oder im Stadtarchiv. So können Energiekosten gesenkt, Technik geschützt und Kulturgüter erhalten werden. Statt manueller Kontrollen liefern Sensoren kontinuierlich präzise Raumklimadaten und schaffen eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen.
  • Smarte Baumpflege: Bodenfeuchte junger Straßenbäume
    Gerade junge Straßenbäume leiden in heißen Sommern unter Trockenstress. Mit digitalen Sensoren werden in Olpe die Bodenfeuchte an ausgewählten Standorten gemessen. Langfristig helfen die gesammelten Daten bei stadtgestalterischen Entscheidungen: Ist die in Olpe beliebte Linde auf Dauer überhaupt noch die geeignete Baumart für das Stadtklima? Müssen klimaresilientere Alternativen gefunden werden?
  • Besucherfrequenzmessung: Wie belebt ist Olpe?
    Sensoren an zentralen Orten der Innenstadt erfassen anonymisiert, wie viele Menschen unterwegs sind. Die Daten zeigen zum Beispiel, wie stark bestimmte Plätze frequentiert werden oder welche Veranstaltungen besonders gut besucht sind. So entsteht ein besseres Bild davon, wo sich Aufenthaltsqualität bewährt – und wo Potenzial für Verbesserungen besteht. Die Erkenntnisse fließen unter anderem in die Stadtgestaltung, Mobilitätsplanung und Veranstaltungsorganisation ein.
  • Digitale Schädlingsbekämpfung: Schneller reagieren bei einem alltäglichen Problem
    Um gezielter gegen Ratten vorzugehen, nutzt die Stadt smarte Fallen mit Bewegungsmeldern. Diese melden per Funk, ob in der Falle Bewegungen registriert wurden. Statt regelmäßiger Vor-Ort-Kontrollen kann nun vom Schreibtisch aus geprüft werden, wo ein Einsatz, etwa um Köder zu erneuern, wirklich nötig ist. Das spart Zeit, entfällt die regelmäßige Vor-Ort-Kontrolle jeder einzelnen Falle – ein Zugewinn an Effizienz und Reaktionsgeschwindigkeit bei einem alltäglichen, aber relevanten Thema. Zum Dashboard der Stadt Olpe.

Daten sichtbar machen – und sinnvoll nutzen

Die Beispiele aus den Kommunen zeigen, wie aus technischen Daten konkrete Anwendungen entstehen: Sie machen komplexe Informationen verständlich und schaffen eine Grundlage für datenbasierte Entscheidungen in Verwaltung, Politik und Stadtentwicklung. Gleichzeitig ermöglichen sie Transparenz und eröffnen auch Bürger:innen neue Einblicke in Entwicklungen in ihrer Stadt.

Durch die gemeinsame Plattform profitieren die Kommunen voneinander: Lösungen können übernommen, weiterentwickelt und auf andere Städte übertragen werden.

Prezi mit allen Use Cases aus Südwestfalen

Die klickbare Präsentation zeigt, welche Kommune welche Use Cases umgesetzt hat, worum es sich dabei genau handelt und welchen Nutzen die konkreten Daten der Stadt bieten.

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